Die politischen Themen des BTW 

Flughafenkonzept konsequent umsetzen

Im Mai 2009 hat die Bundesregierung das Flughafenkonzept verabschiedet. Das Papier trägt zentralen Forderungen der Tourismuswirtschaft Rechnung. So enthält es unter anderem das Bekenntnis zum Luftverkehrsstandort Deutschland und die Anerkennung der Wirtschafts- und Beschäftigungsleistung in diesem Bereich. Zusammen mit den indirekten und induzierten Arbeitsplätzen hängen in Deutschland rund 850.000 Jobs vom Luftverkehr ab. Jede Million hinzugewonnener Passagiere bringt 3.000 neue Arbeitsplätze für den Wirtschaftsstandort. Positive Effekte ergeben sich außerdem durch die Ansiedlung international tätiger Unternehmen. In den Flughafenumlandregionen Deutschlands haben etwa 9.200 Unternehmen Direktinvestitionen von 425 Milliarden Euro getätigt. Dadurch werden weitere 2,2 Millionen Arbeitsplätze gesichert - gerade dort, wo gute Luftverkehrsanbindungen bestehen.

 

Mit dem Flughafenkonzept kann der deutsche Luftverkehr gestärkt und gestaltet werden. Hierzu gehört die Weiterentwicklung der großen Flughäfen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln/Bonn, München und Stuttgart. Diese Standorte wollen wachsen, sobald sich die Konjunktur wieder erholt. Das Flughafenkonzept hat das Potenzial, zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Flughäfen und Airlines beizutragen und  weiterhin einen kundenorientierten Flugverkehr zu ermöglichen. Die Engpässe insbesondere an den großen Drehkreuzen könnten endlich beseitigt werden. Passagiernachtflüge dürften dort, wo sie derzeit erlaubt sind, auch weiterhin angeboten werden. Für den Verbraucher würden sich im Ergebnis die Wartezeiten verkürzen, attraktive Flugzeiten und -ziele könnten auch in Zukunft von den deutschen Fluggesellschaften angeboten werden.

 

Das Flughafenkonzept war der erste Schritt in die richtige Richtung. Nun muss die Politik dafür sorgen, dass es nicht nur bei einem schönen Konzept bleibt, sondern dass die Inhalte auch mit Leben gefüllt und in die Tat umgesetzt werden. Die großen Luftverkehrsdrehkreuze müssen bedarfsgerecht weiterentwickelt und ausgebaut werden. Planfeststellungsverfahren gilt es zu verkürzen und zu vereinfachen. Der Wettbewerb der Fluggesellschaften sollte im Interesse der Kunden auch auf die Systempartner übertragen werden. Gerade dem Bund kommt hierbei eine zentrale Rolle zu. Er sollte die Koordinationsaufgabe übernehmen, die der Standort Deutschland braucht, um international Anschluss halten zu können. Es darf nicht beim Lippenbekenntnis der Bundespolitik bleiben, Worten müssen nun auch Taten folgen.