Die politischen Themen des BTW 

Sommerferienkorridor ausweiten

Der Sommerferienkorridor für die nächsten Jahre wurde 2008 festgelegt. Trotz zahlreicher Argumente, die für eine Ausweitung des Ferienzeitraums sprechen, wurden auch dieses Mal zu enge Sommerferienzeiträume gewählt.

 

Eine kurze Sommersaison mit deutlich unter 90 Tagen, wie sie derzeit die Regel ist, führt zu einer Überbelastung der touristischen Verkehrswege und insbesondere auch der Reiseziele in Deutschland. Verstopfte Straßen, ausgebuchte Flüge und Hotels und Familien, denen die schönste Zeit des Jahres aus genau diesen Gründen vermiest wird, sind nur einige der Folgen des engen Ferienkorridors.

 

Auch das Geschäft der Unternehmen, ob Hotels, Fluggesellschaften oder Reiseveranstalter, wird durch den eingeschränkten Ferienzeitraum deutlich beeinflusst. So haben Wissenschaftler bereits im Jahr 2004 unter anderem errechnet, dass die Bundesländer Bayern, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein je nicht gewährten Ferientag Umsatzeinbußen von 100 Millionen Euro hinnehmen müssen. Gerade die Unternehmen in den Küstenregionen, die ihren Jahresumsatz größtenteils in den Sommermonaten erwirtschaften, werden hier besonders getroffen. Das Geld fehlt aber nicht nur den Betrieben beispielsweise im Hinblick auf Investitionen und dem Tourismusstandort Deutschland, das Geld fehlt auch anteilig in den Steuerkassen.

 

Der Sommerferienkorridor muss endlich dauerhaft auf mindestens 90 Tage ausgeweitet werden. Am einfachsten wäre eine solche Ausweitung zu erreichen, wenn auch Bayern und Baden-Württemberg, die bisher nicht an der rollierenden Verteilung der Sommerferien  zwischen den Bundesländern teilnehmen, ihre Sonderrollen endlich aufgeben und am rollierenden System teilnehmen würden. Neben einer gleichmäßigeren Auslastung der touristischen Betriebe, einem attraktiveren weil breiteren Angebot für alle und positiven Effekten auf die Steuereinnahmen würde sich eine Ausweitung auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken.