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Deutschland erfreut sich bei Besuchern aus China zunehmender Beliebtheit. Wie ein Vertreter des Bundesinnenministeriums (BMI) im Tourismusauschuss mitteilte, stieg die Zahl der Visumanträge zwischen 2015 und 2016 von 391.000 auf 419.000. Dies entspreche einem Zuwachs um sieben Prozent. Zum Vergleich nannte der Regierungsvertreter den chinesischen Reiseverkehr nach Frankreich und Italien. Beide Länder zählten zwar nach wie vor mehr Besucher aus China als Deutschland, jedoch mit stark rückläufiger Tendenz. Von 2015 bis 2016 verzeichnete Frankreich einen Rückgang um 14 Prozent, Italien sogar um 15 Prozent.

Das Auswärtige Amt habe sich auf die wachsende Nachfrage eingestellt und zur Entgegennnahme von Visumanträgen an zehn Orten in China externe Dienstleister eingeschaltet. In diesen Fällen hätten die deutschen Auslandsvertretungen selber nur noch über die Erteilung des Visums zu entscheiden. Dabei solle in der Regel die Bearbeitungsfrist 48 Stunden nicht überschreiten.  Eine Maßnahme, die offensichtlich Wirkung zeigt, wenn man sich die erfreulichen Zahlen ansieht. Damit wurde auch auf eine wichtige Forderung des BTW eingegangen, der Maßnahmen gefordert hatte, um der zumindest zeitweise in China vorhandenen Tendenz entgegensteuern, Visa lieber über andere europäische Staaten zu beantragen, deren Visavergabe schneller und unbürokratischer vonstatten ging. Touristisches Geschäft drohte dadurch verloren zu gehen.

Begrüßenswert ist auch die Ankündigung des BMI-Vertreters im Tourismusausschuss, das die Europäische Union voraussichtlich im Juni Verhandlungen mit China über eine "Vereinfachung der Verfahren zur Erteilung von Visa für Kurzaufenthalte " aufnehmen will. Der Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten des Europaparlaments gab dafür Ende März grünes Licht. Das Bundesinnenministerium rechnet mit einer Verhandlungsdauer von zwei bis drei Jahren. Da die Verhandlungsleitlinien unter den EU-Ländern im Vorfeld abgestimmt seien, sei nach Abschluss eines Abkommens mit Schwierigkeiten bei der Ratifizierung nicht mehr zu rechnen. Im wesentlichen werde es um eine europaweite Angleichung und Vereinfachung der Bearbeitungsverfahren und -fristen chinesischer Visumanträge gehen. Erleichert werden solle auch die Ausstellung von Mehrfach-Einreisevisen mit längerer Gültigkeitsdauer. Denkbar sei zudem, die Antragssteller von Dokumentationspflichten zu entlasten, etwa in der Weise, dass der vollständige Unterlagensatz nur noch beim Erstantrag beigebracht werden müsse, bei Folgeanträgen nicht mehr.

 

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