Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) e.V.
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Familie am Meer

Der Frühling, die Impfungen, die vergleichsweis milde Omikron-Variante und die daraus resultierenden Öffnungen haben einiges zum Positiven gewendet. Man merkt, wie sehr sich die Menschen freuen, endlich wieder freier reisen und ausgehen zu können und dass sie diese Chance auch nutzen.

Das spüren auch die Betriebe. Dort, wo es um privates Reisen und Ausgehen geht, ist eine deutlich anziehende Nachfrage zu sehen. Die Reiselust der Menschen ist groß. Selbst neu aufflammende Krisen bremsen sie bislang nicht. Es gibt Nachholbedarf nach zwei reisearmen Jahren. In weiten Teilen unserer Branche ist deshalb auch wieder Optimismus zu erkennen. Schleppender läuft derzeit noch der Geschäftsreisesektor. Erste internationale Messen und größere Veranstaltungen lassen aber auch hier auf bessere Zeiten hoffen.

Der Restart im Tourismus hat also begonnen. Der BTW fordert, dass die Politik dafür Sorge trägt, dass dieser Neustart nachhaltig gelingt:

  • Neue politische Belastungen müssen vermieden und bürokratische Lasten abgebaut werden. Wir fordern ein Belastungsmoratorium!
  • In den harten Pandemiemonaten sind viele Fachkräfte in andere, nicht geschlossene Branchen abgewandert. Restart bedeutet für uns deshalb auch, dass Wirtschaft und Politik gemeinsam für ein „Revival des Arbeitsmarkts Tourismus“ sorgen müssen. Wir rufen die Politik auf, die Rekrutierung ausländischer Arbeitskräfte zu vereinfachen und die duale Ausbildung zu stärken.
  • Hilfen müssen so lange gewährt werden, wie sie in weiter corona-betroffenen Bereichen notwendig und angebracht sind.
  • Zudem ist unerlässlich, dass die Politik Vorsorge für den Herbst trifft. Wir erwarten einen vorausschauenden Plan, wie man einem Wiederaufflammen, einer neue Welle, einer neuen Variante erfolgreich begegnet. Und wie man mögliche neue Einschnitte für die Wirtschaft – und hier konkret die Tourismuswirtschaft – so klein wie möglich hält. Deutschland muss endlich vor die Welle kommen.

Anfang August haben Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und Bundesjustizminister Marco Buschmann erste Eckpunkte für die Weiterentwicklung des Infektionsschutzgesetzes vorgestellt:

Coronavorsorge: Entwurf für Weiterentwicklung des Infektionsschutzgesetzes liegt vor

3. August 2022 - Die Bundesregierung hat erste Eckpunkte für ihre Coronaschutzpläne für Herbst und Winter vorgestellt. Sie enthalten eine klare Absage an Lockdowns. Zudem wies Bundesjustizminister Marco Buschmann konkret auf die notwendige Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen hin. Gelten soll allerdings weiterhin die Maskenpflicht im Luft- und öffentlichen Personenfernverkehr. Abzuwarten bleibt, wie sich die Details zu den weitergehenden Schutzmaßnahmen gestalten, die die Bundesländer unter bestimmen Voraussetzungen mit Parlamentsbeschluss verhängen dürfen.

Im Detail enthalten die Eckpunkte u.a. folgende für die Tourismuswirtschaft relevante Punkte:

Schutzmaßnahmen vom 1. Oktober 2022 bis zum 7. April 2023:


Bundesweit geltende Schutzmaßnahmen

  • Maskenpflicht im Luft- und öffentlichen Personenfernverkehr. 
  •   …

Optionale, weitergehende Schutzmaßnahmen der Länder: Die Länder können weitergehende Regelungen erlassen, um die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems oder der sonstigen kritischen Infrastruktur zu gewährleisten. Diese möglichen Maßnahmen in Länderverantwortung sind:

  • Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr. 
  • Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen. Eine zwingende Ausnahme ist bei Freizeit-, Kultur- oder Sportveranstaltungen, in Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie in gastronomischen Einrichtungen und bei der Sportausübung für Personen vorzusehen, die über einen Testnachweis verfügen oder genesen sind (Genesenennachweis; es gilt die bisherige 90 Tage-Frist) oder die vollständig geimpft sind und bei denen die letzte Impfung höchstens drei Monate zurückliegt. 

Stellt ein Landesparlament für das gesamte Bundesland oder eine konkrete Gebietskörperschaft anhand bestimmter, gesetzlich geregelter Indikatoren eine konkrete Gefahr für die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems oder der sonstigen kritischen Infrastrukturen fest, können dort außerdem folgende Maßnahmen angeordnet werden:

  • Maskenpflicht bei Veranstaltungen im Außenbereich, wenn ein Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann, sowie bei Veranstaltungen in öffentlich zugänglichen Innenräumen. Die Ausnahmeregelung für genesene, frisch geimpfte oder getestete Personen gilt dann nicht.
  • Verpflichtende Hygienekonzepte (Bereitstellung von Desinfektionsmitteln, Vermeidung unnötiger Kontakte, Lüftungskonzepte) für Betriebe, Einrichtungen, Gewerbe, Angebote und Veranstaltungen aus dem Freizeit-, Kultur- und Sportbereich für öffentlich zugängliche Innenräume, in denen sich mehrere Personen aufhalten. 
  • Anordnung eines Mindestabstands von 1,5 m im öffentlichen Raum. 
  • Festlegung von Personenobergrenzen für Veranstaltungen in öffentlich zugänglichen Innenräumen.

Der Vorschlag für die Fortentwicklung des Infektionsschutzgesetzes soll voraussichtlich noch im August vom Bundeskabinett beschlossen werden. Die Abstimmungen in Bundestag und Bundesrat sollen Anfang bis Mitte September folgen.

Die vollständige Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums finden Sie hier…