Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) e.V.
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Die aktuelle Situation und die dramatischen Folgen für die Tourismusbranche

Auch wenn in Deutschland wieder erste touristische Aktivititäten wie Restaurantbesuche oder Hotelübernachtungen ermöglicht wurden und seit Mitte Juni für einen Großteil der europäischen Staaten differenzierte Reisehinweise statt der vorherigen Reisewarnung gilt, trifft die Coronakrise die Tourismuswirtschaft weiterhin ins Mark. Das langsame Wiederhochfahren erster Branchenteile unterliegt strengen Auflagen, die "normale" Geschäfte nach wie vor bei Weitem nicht ermöglichen. Zudem gilt für einen Großteil der Welt nach wie vor eine Reisewarnung bis mindestens Ende August . Darüber hinaus besteht weiter ein Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger in die EU-Staaten. Messen und Veranstaltungen in Deutschland sind weitestgehend untersagt. Die Tourismusbranche ist von der Coronakrise so betroffen wie kaum eine andere Branche. Die Umsatzeinbrüche waren und sind immens. Problematisch für Unternehmen wie Kunden ist auch der Flickenteppich an bestehenden Regelungen genauso wie viele nach wie vor vorhandene Unwägbarkeiten hinsichtlich künftiger Reiseaktivitäten.

Staatliche Hilfe ist unerlässlich

Unsere Branche hat viele Krisen gemeistert, aber wir sehen uns hier mit einer Krise unbekannten Ausmaßes konfrontiert, in der wir schnellstmöglich Hilfe benötigen. Gesundheit hat oberste Priorität, daran besteht kein Zweifel. Aber der Politik muss auch daran gelegen sein, die Folgen der notwendigen Maßnahmen auf die Wirtschaft so weit wie möglich abzupuffern. Alleine schafft die Branche, schaffen es unsere Unternehmerinnen und Unternehmen in dieser  Extremsituation nicht.

Aufgrund der immensen Auswirkungen fordert der BTW staatliche Hilfe, um die Branche und ihre 3 Millionen Mitarbeiter und mehreren Hunderttausend meist mittelständischen Unternehmen zu stützen. Eine aktuelle Studie von IW consult im Auftrag des BTW zeigt deutlich die massiven Auswirkungen und den Handlungsbedarf. Direkte Beihilfen in Form eines Rettungsfonds für unsere Branche sind unerlässlich.

Konjunkturpaket ist für die Tourismusbranche nicht der angekündigte große Wurf

Das jüngst auf den Weg gebrachte „Konjunkturpaket“ im Zuge der Coronakrise sieht die Tourismuswirtschaft eher skeptisch: Es enthält einige kleinere positive Elemente, ist aber nicht der angekündigte große Wurf. Dass die lange geforderten direkten finanziellen Beihilfen für besonders betroffene Branchen und damit auch die Tourismuswirtschaft Einzug in das von der Bundesregierung geschnürte Konjunkturpaket gefunden haben, ist begrüßenswert. Gleiches gilt für die temporäre Mehrwertsteuersenkung bis Ende des Jahres. Ob die Maßnahmen jedoch die gewünschte Wirkung entfalten, ist zweifelhaft. Die geplanten Summen pro Betrieb reichen nicht aus. Überbrückungshilfen für drei Monate greifen zudem in unserer besonders betroffenen Branche deutlich zu kurz. Hier bleibt eine Ausweitung auf sieben Monate zwingend notwendig. Spannend bleibt auch die Frage, wer genau alles auf die Gelder zugreifen darf. Von entscheidender Bedeutung ist, dass die Maßnahmen sehr schnell und unbürokratisch greifen und zur Auszahlung kommen, um Insolvenzen in diesem Stadium abzuwenden.

Viele Fragen müssen noch geklärt werden und was weiterhin völlig fehlt, ist eine Lösung für die Kundengeldrückzahlungen der in der Coronakrise stornierten Veranstalterreisen. Insgesamt verkennt die Politik weiterhin die dramatischen Auswirkungen der Pandemie auf den gesamten Tourismus. Die Große Koalition muss deutlich nachbessern.

Wichtige Hilfsmaßnahmen für Unternehmen

Die Politik in Bund und Ländern hat einige begrüßenswerte Maßnahmen unter anderem in Sachen Kurzarbeit und fiskalischer Art auf den Weg gebracht. So stehen u.a. Direkthilfen für Kleinstunternehmen bereit und ein "Schnellkreditprogramm" für den Mittelstand ab 10 Mitarbeitern mit einer 100-prozentigen Haftungsgarantie durch den Bund wurde beschlossen. In vielen Bundesländern wurden zudem Sonderprogramme für von der Coronakriese betroffene Unternehmen aufgelegt. Auch wenn diese Maßnahmen für die Situation im Tourismus noch nicht ausreichen, sind sie auf jeden Fall begrüßenswert.

Auf folgenden speziellen Seiten zur Coronakrise der Bundesministerien für Wirtschaft, Arbeit und Finanzen sowie der Bundesagentur für Arbeit finden Sie hierzu Informationen:

Sicherheit und Gesundheit der Gäste haben höchste Priorität

Sicherheit und Gesundheit ihrer Gäste haben für die Tourismusbranche traditionell höchste Priorität. Um die Freiheit des Reisens auch in Zukunft sicherzustellen, muss derzeit oberstes Ziel im Interesse der Menschen und Unternehmen die schnelle Eindämmung des Coronavirus sein.

Die Tourismusbranche beobachtet die Entwicklungen und insbesondere die Empfehlungen und Entscheidungen u.a. der Weltgesundheitsorganisation WHO, von Robert Koch-Institut und Auswärtigem Amt zu diesem Thema genau.

Die verschiedenen Branchensegmente haben zudem umfangreiche Hygienekonzepte zum Wiederhochfahren der touristischen Dienstleistungen erarbeitet, um größtmöglichen Infektionsschutz in den Betrieben und Verkehrsmitteln zu ermöglichen.

Informationen des Robert Koch-Instituts zum Corona-Virus

Aktuelle Infos des Auswärtigen Amts

Informationen der Weltgesundheitsorganisation WHO zum Corona-Virus

FAQ der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung zum Corona-Virus

Auswärtiges Amt

 

Karte zur Verbreitung des Coronavirus

Die Zahl der bekannten Infektionen ändert sich ständig. Forscher der US-amerikanischen John-Hopkins-Universität haben eine Online-Karte veröffentlicht, die recht zeitnah die aktuelle Verbreitung des Coronavirus nach Ländern zeigt. Ergänzt wird sie um Statistiken wie z.B. der Anzahl der wieder genesenen Patienten.

Aktuelle Informationen des BTW rund ums Thema Coronavirus

Rettungspaket: Wenig Licht, viel Schatten für Tourismuswirtschaft

Direkte Finanzhilfen und Mehrwertsteuersenkung sind kleiner Schritt, um Existenzen und Arbeitsplätze zu sichern * Zu vielen touristischen Unternehmen droht allerdings weiterhin der Kollaps

Berlin, 4. Juni 2020 – Die Tourismuswirtschaft bewertet das „Konjunkturpaket“ im Zuge der Coronakrise skeptisch: Es enthält einige kleinere positive Elemente, ist aber nicht der angekündigte große Wurf. Dass die lange geforderten direkten... weiter ...

Tourismuswirtschaft begrüßt Abkehr von genereller Reisewarnung

Entscheidung eröffnet Perspektiven für viele hart getroffene Unternehmen

Pressemitteilung vom 3. Juni 2020 - Zum heutigen Beschluss der Bundesregierung, die Reisewarnung für die EU und assoziierte Staaten in Europa aufzuheben und in differenzierte Reisehinweise umzuwandeln erklärt BTW-Generalsekretär Michael Rabe: „Die heutige... weiter...

Verbraucherschützer und Reisewirtschaft fordern Fonds zur Absicherung der Kundengeldrückerstattung

Erstattungsforderungen der Kunden belaufen sich auf 6 Milliarden Euro / Freiwillige Gutscheinlösung muss zwingend durch Fonds ergänzt werden

Pressemitteilung vom 2. Juni 2020 - In einem gemeinsamen Schreiben fordern Verbände der Reise- und Tourismuswirtschaft und Verbraucherschützer  Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Justizministerin Christine Lambrecht, und Finanzminister Olaf Scholz auf, einen Kreditfonds für die... weiter...

1,2 Millionen Arbeitsplätze in der Tourismuswirtschaft sind akut gefährdet: Schnelle und unbürokratische Beihilfen notwendig

Pressemitteilung vom 27. Mai 2020 – Im Vorfeld der heutigen Sitzung des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages fordert der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) von den Parteien endlich konkrete Unterstützung für die Tourismuswirtschaft... weiter...

IW-Studie: Wohlstandsverlust durch Massenarbeitslosigkeit in der Tourismuswirtschaft verhindern

Pressemitteilung vom 18. Mai 2020 – Im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft hat das Institut der Deutschen Wirtschaft (IWConsult) einen konkreten Vorschlag für einen Rettungsfonds für die deutsche Tourismuswirtschaft erarbeitet, um... weiter...

Tourismuswirtschaft fordert Gipfel im Bundeskanzleramt

Pressemitteilung vom 13. Mai 2020 - Wenn nicht schnell Hilfe kommt, ist die Tourismuswirtschaft am Ende. Die Branche sendet deshalb SOS-Signale an die Politik. Reisebüros, Reiseveranstalter, Fluggesellschaften und Busunternehmen, Hotels, Restaurants und weitere... weiter...

Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie: Wichtiges und richtiges Signal - Weitere Hilfen für stillstehende Tourismuswirtschaft bleiben unerlässlich

Pressemitteilung vom 23. April 2020 - Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft begrüßt die Entscheidung der Großen Koalition aus der vergangenen Nacht, die Mehrwertsteuer in der Gastronomie ab Juli für ein Jahr von 19 auf 7 Prozent zu senken. "Die 7... weiter...

Schäuble-Vorstoß zum Thema Sommerferien: Tourismuswirtschaft kritisiert 'Vorschlag zur Unzeit"

Pressemitteilung vom 17. April 2020 - Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft kritisiert den Vorschlag von Wolfgang Schäuble, die Sommerferien zu verkürzen und lehnt diesen aufs Deutlichste ab. BTW-Generalsekretär Michael Rabe erklärt dazu. „Unternehmen wie Bürger brauchen Verlässlichkeit und Planbarkeit, statt weiterer Verunsicherung durch eine völlig unnötige und unverantwortliche Diskussion, die der Bundestagspräsident heraufbeschwört! Wir... weiter...

Nachbesserung an Coronahilfe-Notpaket gefordert

29 Tourismus-Branchenverbände und Unternehmen wenden sich in gemeinsamer Initiative an Bundeskanzlerin

Pressemitteilung vom 26. März 2020 – Die Deutsche Tourismuswirtschaft hat sich in Zusammenhang mit dem am gestrigen Mittwoch verabschiedeten Corona-Nothilfeprogramm mit einem energischen Appell an die Bundeskanzlerin sowie ... weiter ...

Coronaviruskrise: Tourismuswirtschaft fordert erweiterten Rettungsschirm

Branchenpräsident Frenzel: Am stärksten betroffene Branche braucht hundertprozentige Haftungsgarantie und direkte Beihilfen

Pressemitteilung vom 13. März 2020 – Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) begrüßt das heute beschlossene fiskalische Maßnahmenpaket der Bundesregierung als wichtigen Schritt zur Linderung der wirtschaftlichen Folgen der Coronaviruskrise. „Nichtsdestotrotz brauchen die Unternehmen der Tourismusbranche unverzüglich einen erweiterten staatlichen Rettungsschirm, um ... weiter...

Coronavirus-Krisenpaket: Wichtige erste Maßnahmen auch für die Tourismuswirtschaft - Weitere Schritte müssen folgen

Pressemitteilung vom 9. März 2020 - Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft begrüßt die schnelle Erstreaktion der Bundesregierung zur Unterstützung von Betrieben, die durch das Coronavirus unter Druck geraten als Schritt in die richtige Richtung. „Die avisierten Verbesserungen beim ... weiter...

Coronavirus-Krise: Tourismuswirtschaft muss Teil eines Konjunkturprogramms werden

Pressemitteilung vom 3. März 2020 - Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft beobachtet die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland und auf der ganzen Welt mit großer Sorge: „Sicherheit und Gesundheit ihrer Gäste haben für die Branche traditionell oberste Priorität. Um die Freiheit des Reisens ... weiter ...

BTW zur Entscheidung zur Absage der ITB

Pressemitteilung vom 28. Februar 2020 - Zur Absage der ITB Berlin erklärt Dr. Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft:„Angesichts der aktuellen Lage und Ausbreitung des Coronavirus ist die Absage der ITB eine schmerzliche aber auch die einzig ... weiter...

Informationen unserer Mitglieds- und Partnerorganisationen

Zahlreiche unserer Mitgliedsfachverbände und Partnerorganisationen haben auf ihren Websites ebenfalls hilfreiche Informationen rund um das Thema Coronavirus veröffentlicht. Sie finden dort - teils sektorspezifische, teils übergreifende - Merkblätter, Hinweise zu bereits bestehenden Hilfsmaßnahmen für die Betriebe, Forderungen an die Politik, Informationen über coronabedingte Angebotskürzungen bzw. -streichungen und vieles mehr. Eine Auswahl haben wir Ihnen im Folgenden verlinkt.

Zahlen und Fakten

Umfrageergebnisse zeigen massive Auswirkungen auf die Tourismuswirtschaft

Der konkrete Schaden, den die Coronakrise für die Tourismuswirtschaft haben wird, lässt sich bislang seriöserweise nicht beziffern, da die Dauer und weitere Entwicklung der Krise nach wie vor offen sind. Einige erste exemplarisch ausgewählte Umfrageergebnisse aus verschiedenen Branchenteilen verdeutlichen jedoch, wie massiv und existenziell die Auswirkungen auf die Tourismuswirtschaft sind. Die Betriebe unserer Branche waren von den Maßnahmen im Kampf gegen das Virus bereits früh betroffen und werden voraussichtlich mit die letzten sein, die aus der Krise herauskommen - auch wenn nun Anfang Mai erste Lockerungen im Deutschlandtourismus angekündigt wurden.

Dramatische Folgen des Corona-Shutdowns: Umsatz im Gastgewerbe bricht im April um fast 76 Prozent ein

DEHOGA: mehr als drei Viertel der Betriebe erzielen in den ersten Tagen nach dem Neustart nur maximal die Hälfte der sonst üblichen Umsätze (26. Mai 2020)

ADV: Flughäfen verlieren in Coronakrise jeden Monat eine halbe Milliarde Umsatz (07. Mai 2020)

EVVC: Corona-Pandemie trifft alle Bereiche der Veranstaltungswirtschaft - Studie prognostiziert durchschnittlichen Umsatzverlust für 2020 im sechsstelligen Bereich pro Betrie (06. Mai 2020)

DEHOGA: Corona-Schock im Gastgewerbe: Massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit für mehr als 1 Million Mitarbeiter angezeigt (30. April 2020)

DRV-Umfrage unter Reiseveranstaltern und -büros: Mehrheit der Unternehmen sieht sich massiv von Insolvenz bedroht (26. April 2020)

DEHOGA-Zahlen: 10 Milliarden Euro Umsatzaufall bis Ende April - Rund 70.000 Gastronomie- und Hotelleriebetriebe vor der Insolvenz (20. April 2020)

DIHK-Umfrage: 40 Prozent der Betriebe in Gast- und Reisegewerbe von Insolvenz bedroht (3. April 2020)

4,8 Milliarden Euro Umsatzausfall bei Reiseveranstaltern und Reisebüro (19. März 2020)

DEHOGA-Blitzumfrage zu den Coronavirus-Folgen - Mehr als drei Viertel der teilnehmenden 10.000 Hotels, Restaurants und Caterer beklagen Umsatzeinbußen (4. März 2020)

Umfrage des Busreiseverbands RDA zu Schäden durch das Coronavirus: Die Ausbreitung des Coronavirus in Europa belastet die Bus- und Gruppentouristik in besonderem Maße (3. März 2020)

DRV-Umfrageergebnissen zu den Coronavirus-Folgen: Buchungszurückhaltung stellt Veranstalter und Reisebüros vor große wirtschaftliche Probleme (9. März 2020)