Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) e.V.
Am Weidendamm 1 A
10117 Berlin
Fon +49 (0)30 726254-0
Fax +49 (0)30 726254-44
info@​btw.de
www.btw.de

FAKT IST: Die Teilaussetzung des Emissionshandels im Luftverkehr greift zu kurz. Sie verzerrt den Wettbewerb zu Lasten der europäischen und damit auch deutschen Luftverkehrswirtschaft.

Wie befürchtet konnten die so genannten Drittstaaten nicht von einer Teilnahme am europäischen Emissionshandel im Luftverkehr (ETS) überzeugt werden. Im Gegenteil drohten Staaten wie China, Russland, Indien und die USA sogar mit massiven Vergeltungsmaßnahmen, sollten sie zwangsweise mit ETS-Gebühren belastet werden. Die EU hielt diesem Druck nicht stand und beschloss eine Teillösung, die zu neuen Wettbewerbsverzerrungen führt. Bis einschließlich 2016 gilt nun: Für innereurpäische Flüge müssen Emissionszertifikate gekauft werden, für interkontinentale Flüge hingegen wurde der Emissionshandel  ausgesetzt.

Die EU schuf so eine Zweiklassengesellschaft, in der die europäischen Luftverkehrsunternehmen aber auch klassische europäische Urlaubsziele wie Spanien, Griechenland, Italien oder Portugal das Nachsehen haben. Denn mit einseitigen, auf europäische Ziele beschränkten Kostenbelastungen subventioniert man indirekt Urlaub in den außereuropäischen Konkurrenzzielen wie Tunesien, Marokko oder der Türkei. Gerade mit Blick auf die europäische Staatsschuldenkrise ist das ein kontraproduktiver Weg. Deutliche Nachteile entstehen gleichzeitig für den Hub-geprägten deutschen Luftverkehr. Wenn innerdeutsche oder europäische Zubringerflüge zu den großen

Drehkreuzen z.B. in Frankfurt oder München unter den Emissionshandel fallen, Zubringerflüge zu außereuropäischen Hubs jedoch nicht, werden Flugverbindungen – insbesondere im wichtigen Langstreckenverkehr – über Drehkreuze außerhalb der EU wie Dubai oder Istanbul gefördert. Damit sind gerade deutsche Airlines und Flughäfen Leidtragende dieser Teillösung.

Deshalb muss der Emissionshandel im Luftverkehr vollständig ausgesetzt werden – solange, bis die angestrebte globale und somit wettbewerbsneutrale Lösung auf Ebene der internationalen Luftverkehrsorganisation ICAO gefunden ist!