Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) e.V.
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Der BTW hat im Rahmen des Tourismusgipfels 2012 den Global Code of Ethics in Tourism der UNWTO unterzeichnet. Als langjähriges Affiliate-Member der Welttourismusorganisation fühlte sich der BTW auch zuvor bereits den Prinzipien dieses Kodexes verpflichtet. Die offizielle Unterzeichnung bekräftigte diese Haltung noch einmal.

Der Deutsche ReiseVerband (DRV) und führende Reiseveranstalter und Fluggesellschaften unterzeichneten den Ethikkodex im Rahmen der 62. DRV-Jahrestagung 2012 in Montenegro.

Der Kodex besteht aus zehn Grundsätzen, die Tourismusanbietern Handlungsempfehlungen vor verständnis- und respektvolles Verhalten gegenüber den eigenen Mitarbeitern, den Menschen in den Gastländern sowie gegenüber Natur- und Kulturerbe geben.


Den Verhaltenskodex zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung haben der BTW und der Deutsche ReiseVerband (DRV) unterschrieben und unterstützen dessen Ziele und konkrete Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele. In einer gemeinsamen Kampagne war der Code of Conduct im Jahr 2000 von ECPAT, der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung, UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, der World Tourism Organization (WTO) und der Europäischen Kommission entwickelt worden. Die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus ist ein Problem, das nicht allein die Ferienländer (hauptsächlich Südostasien, Lateinamerika, Afrika und Osteuropa) sondern auch Entsendeländer, wie Deutschland, betrifft. Denn für die zunehmende Nachfrage sorgt vornehmlich die westliche Welt. Da nicht selten touristische Infrastrukturen wie Hotels und Fluggesellschaften hierbei genutzt werden, hat die Tourismusbranche Maßnahmen ergriffen, um mitzuhelfen, die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen im Tourismus einzudämmen. Um auf dieses Thema aufmerksam zu machen wurde unter anderem in Zusammenarbeit mit ECPAT und dem BTW der Film "Witness" produziert.


Im Mai 2012 initiierten die beiden Branchenverbände Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V. (EVVC) und GCB German Convention Bureau den Branchenkodex fairpflichtet, um Nachhaltigkeit in der Veranstaltungswirtschaft zu fördern und zu unterstützen. Bis heute haben sich bereits über 350 Unternehmen aus allen Bereichen der Branche angeschlossen, darunter Veranstaltungshäuser, Event-Agenturen, Hotels, Technikfirmen, Caterer, Marketing-Verbände und Catering-Unternehmen. Das Konzept von fairpflichtet ist denkbar einfach: Mit der Unterzeichnung des Kodex „fairpflichtet“ sich das Unternehmen, nach den Leitlinien für Nachhaltigkeit bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen zu handeln und eigene Verbräuche von Ressourcen zu reduzieren, zu vermeiden oder zu kompensieren. Eine Zertifizierung im klassischen Sinn findet nicht statt, doch ist jeder Betrieb angehalten, nach einem Jahr einen Fortschrittsbericht zu erstellen, in dem die Maßnahmen zur Nachhaltigkeit im Unternehmen entsprechend dokumentiert werden. Die Fortschrittsberichte werden auf www.fairpflichtet.de veröffentlicht und sind somit auch für den Ideenaustausch untereinander frei zugänglich. Alle zwei Jahre werden die Fortschrittsberichte aktualisiert.

Ganz dezidiert richtet sich fairpflichtet an alle Unternehmen der gesamten Prozesskette in der Veranstaltungswirtschaft und ist somit nicht an eine Mitgliedschaft bei einem der beiden initiierenden Verbände gekoppelt. Die Teilnahme an fairpflichtet ist kostenfrei.

Interessierte Betriebe finden unter www.fairpflichtet.de die erforderliche Unterstützungserklärung.


Seit 2006 setzt Accor das ambitionierte Programm für nachhaltige Entwicklung, genannt "Earth Guest: zu Gast auf der Erde, Gastgeber für die Welt", um. Das Programm setzt acht Prioritäten

im Bereich Umweltschutz

  • Schutz der Energievorräte der Erde
  • Schutz der Wasservorräte der Erde
  • Reduzierung der umweltbelastenden Abfälle
  • Erhalt der Artenvielfalt im Tier- und Pflanzenreich

im Bereich Soziales und Gesundheit

  • Unterstützen des fairen Handels
  • Unterstützen einer gesunden und ausgewogenen Ernährung Kampf gegen Aids und Malaria
  • Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Die Basis für den Bereich Umweltschutz bildet die Accor Umweltcharta - ein Leitfaden für die Hotels mit 65 Aktionen zu Einsparungen im Bereich Energie und Wasser, zur Vermeidung umweltbelastender Abfälle, zum Schutz der Wasservorräte, der Ozonschicht, der Artenvielfalt und für einen umweltfreundlichen Einkauf. Je nach Marke müssen mindestens 15 bzw. 20 Aktionen erfüllt werden. In 2009 fand die Umweltcharta bereits in über 3.500 Accor Hotels, dies entspricht 89% des Netzwerkes, Anwendung.


Selbstverpflichtungen bzw. Klimaschutzziele
in Sachen Energiesparen bis zum Jahr 2020 haben sich mehrere Unternehmen der Branche auferlegt.

Die Deutsche Lufthansa AG  konnte durch ständige Effizienzverbesserungen ihren Kerosinverbrauch erfolgreich von der Transportleistung entkoppeln. Bis 2020 soll die Treibstoff- und CO2-Effizienz weiter um 1,5 Prozent pro Jahr verbessert werden. Ab dem Jahr 2020 soll das Transportwachstum CO2-neutral erfolgen und im Jahr 2050 sollen nur noch 50 Prozent an Emissionen gegenüber dem Jahr 2005 ausgestoßen werden. Großes Potienzial sieht die Airline bei alternativen Kraftstoffen. Bis 2020 sollen dem herkömmlichen Kerosin bis zu zehn Prozent alternative Treibstoffe beigemischt werden.

Das Klimaschutzprogramm 2020 der Deutschen Bahn sieht vor, dass die spezifischen CO2-Emissionen aller Verkehrsmittel zwischen 2006 und 2020 um 20 Prozent gesenkt werden, nachdem zwischen 1990 und 2008 die CO2-Emissionen im Schienenverkehr bereits rund 40 Prozent reduziert wurden. Erreicht werden soll das Ziel durch moderne Fahrzeuge, eine energiesparende Fahrweise, die Optimierung der Auslastung, den Einsatz erneuerbarer Energien und Verbesserungen im Betriebsablauf.

Der Flughafen München soll bis zum Jahr 2020 CO2-neutral wachsen. Eine ambitionierte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass der von der Flughafen München GmbH beeinflussbare CO2-Ausstoß von jährlich rund 160.000 Tonnen bezogen auf das Basisjahr 2005 trotz des zu erwartenden Verkehrswachstums nicht weiter ansteigen soll. Ohne konsequente Gegenmaßnahmen würden im Jahre 2020 zusätzlichen Emissionen in einer Größenordnung zwischen 50.000 und 70.000 Tonnen Kohlendioxid anfallen.
Bereits zum Jahr 2010 hat sich die Accor-Gruppe eine Reihe konkreter Ziele im Rahmen der nachhaltigen Entwicklung gesteckt. Darunter unter anderem:  

  • Reduktion des  Energieverbrauchs um 10 Prozent pro Zimmer in Filialhotels und gepachteten Hotels  
  • Reduktion des Wasserverbrauchs um 10 Prozent pro belegtem Zimmer in Filialhotels und gepachteten Hotels
  • Erhöhung der Anzahl an Accor Hotels mit Solaranlagen um das Fünffache auf 200  
  • Recycling von Papier, Pappe und Glas bis 2010  in  70 Prozent der Filialhotels und gepachteten Hotels
  • Ausweitung von Maßnahmen in Europa gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus
  • Mitarbeiterschulungen  zur Präventation  von AIDS und Malaria


Mit dem VDR-Standard CO2-Berechnung Geschäftsreise ist es möglich, die CO2-Emissionen aller Geschäftsreiseaktivitäten (Flug, Mietwagen/Auto, Bahn, Hotel, Veranstaltungen) einheitlich und qualitativ hochwertig zu bilanzieren. Wissenschaftlicher Partner ist der Kompensationsanbieter atmosfair. Das Besondere an dem Standard ist, dass er mit wenigen Reisedaten auskommt, die die Geschäftsreisebüros oder andere Dienstleister bereitstellen. Dennoch liefert er Ergebnisse, die genau genug sind, um Veränderungen bei der Reise wie die gebuchte Wagenklasse, Hotelkategorie oder Flugklasse abzubilden. Die Dokumentation enthält einen methodischen Hintergrund, Berechnungsformeln, eine umfangreiche Datenbank sowie die Emissionsdaten unter anderem von Flugzeugen, Eisenbahnen und Mietwagen. Unternehmen können sich damit eigene CO2-Berichte anfertigen oder von einem Reisebüro oder atmosfair erstellen lassen.