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FAKT IST: Im immer härter werdenden internationalen Wettbewerb braucht der deutsche Luftverkehr Nachtflugmöglichkeiten und bedarfsgerechte Flughafenkapazitäten.

Das Thema in Kürze Die Zahl der Reisenden von und nach Deutschland wächst seit Jahren und auch die Reiselust der Deutschen in alle Welt ist ungebrochen. Weit über 200 Millionen Passagiere starten und landen jedes Jahr allein auf Deutschlands Flughäfen. Um die Erfolgsgeschichte des Tourismus von und nach Deutschland weiterschreiben zu können und die Nachfrage effizient bedienen zu können, sind Flughäfen vonnöten, die mit ihren Aufgaben wachsen, Kundenbedürfnisse berücksichtigen und im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig sind.

Dies bedeutet einerseits, dass die Infrastruktur dort, wo Engpässe bestehen, ausgebaut werden muss. Das aktuell im Bau befindliche Terminal 3 am Frankfurter Flughafen gehört genauso dazu wie eine 3. Start- und Landebahn am Flughafen München. Systemrelevante Netzwerke und Drehkreuze müssen auch unter dem Aspekt der Daseinsvorsorge abgesichert werden. Ausbaumaßnahmen gilt es, zeitlich zu beschleunigen. Auch eine Stärkung der Intermodalität ist wünschenswert. Zudem müssen weitere Betriebsbeschränkungen mit Blick auf Nachtflüge oder Flüge in den Tagesrandzeiten vermieden werden.

Im Luftverkehrsbereich leidet die Infrastruktur – dank der Eigenfinanzierung des Luftverkehrs über Gebühren statt über Steuergelder – nicht an fehlenden Geldern. Doch wird dem seitens Politik und Öffentlichkeit nicht ausreichend Rechnung getragen. Entscheidungen von Politik und Bürgern gegen zusätzliche Kapazitäten, wie z.B. neue Landebahnen, aber auch gegen Nachtflüge oder sogar Flüge in den sogenannten Randzeiten sind Entscheidungen gegen Arbeitsplätze, Wertschöpfung und gegen eine touristische Infrastruktur, die den Ansprüchen der Urlaubsund Geschäftsreisenden gerecht wird. Wir leben in einer globalen Welt und unsere Flughäfen arbeiten im Rahmen weltweiter Verkehrsströme. Uns davon in Teilen abzukoppeln, indem wir den Betrieb nachts zwangsweise stilllegen, ist unsinnig und wirtschaftet ausländischen Mitbewerbern in Paris, Dubai oder Istanbul in die Hände. Wir dürfen den Anschluss nicht wortwörtlich verschlafen, sondern müssen den berechtigten Interessen der Anwohner auch die Notwendigkeit einer funktionierenden Flughafenlandschaft im Sinne des gesamtstaatlichen Interesses entgegensetzen.

Deshalb braucht Deutschland eine bedarfsgerechte Luftverkehrs-Infrastruktur und bedarfsgerechte Betriebszeiten, um im internationalen Wettbewerb nicht den Kürzeren zu ziehen!