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Fakt ist: Die Visavergabe ist oft nach wie vor langwierig und kompliziert.

Das Thema in Kürze

Die touristische Attraktivität eines Landes wird auch von seiner Visa-Politik geprägt. Unkomplizierte Visabestimmungen sind ein deutliches Zeichen dafür, dass ausländische Touristen und Geschäftsreisende willkommen sind. Die Visavergabe für die Einreise nach Deutschland ist jedoch nach wie vor in vielen Fällen langwierig und kompliziert. Personalmangel, lange Warte- und Bearbeitungszeiten und unverhältnismäßige Anforderungen an einzureichende Unterlagen – all das sind nach wie vor Probleme in den Auslandsvertretungen. Möglichkeiten, die Vergabe zu vereinfachen und beschleunigen gibt es – auch ohne die Sicherheit zu gefährden. Sie werden nur zu wenig genutzt. Sinnvoll und auch im Einklang mit dem EU-VisaKodex umsetzbar wäre beispielsweise, eine IT-gestützte Antragstellung zu ermöglichen oder weniger einzureichende Dokumente zu verlangen.

Dass ein Umdenken tatsächlich sinnvoll ist, zeigte zuletzt das Beispiel China: Erste strukturelle Veränderungen bei der dortigen Visavergabe konnten offensichtlich die zuvor beobachtete Tendenz stoppen, dass Chinesen verstärkt über andere Länder wie Frankreich oder Italien nach Europa einreisten, die die EU-Visavergabe-Vorgaben etwas großzügiger handhabten.

Wie groß der Nutzen von Einreiseerleichterungen sein könnte, zeigen u. a. Zahlen der European Travel Commission (ETC). Durch Reformen bei der Visavergabe könnten der europäischen Wirtschaft binnen fünf Jahren Exporteinnahmen in Höhe von 114 Milliarden Euro zukommen sowie mehr als 600.000 neue Arbeitsstellen geschaffen werden. Die ETC schlägt weniger bürokratischen Aufwand z.B. durch vereinfachte Antragsverfahren und eine längere Aufenthaltsdauer vor, wodurch jährlich bis zu 3,4 Millionen zusätzliche Besucher in den zehn größten visapflichtigen Schwerpunktmärkten Europas erwartet werden. Neue Visakategorien – insbesondere elektronische Visa sowie bei der Ankunft ausgestellte Visa – könnten sogar zu 8,5 Millionen zusätzlichen Besuchern pro Jahr führen.

Deshalb setzt sich die Tourismuswirtschaft weiter für Vereinfachungen und Bürokratieabbau bei der Visavergabe ein!