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Visavorschriften: BTW setzt sich weiter für Vereinfachungen und Bürokratieabbau ein

Die Offenheit eines Landes wird auch von seiner Visa-Politik geprägt. Unkomplizierte Visabestimmungen sind ein deutliches Zeichen dafür, dass ausländische Touristen und Geschäftsreisende willkommen sind. Deshalb spielt das Thema Visa auch in der Arbeit des BTW eine wichtige Rolle. Die Visavergabe gerade auch für die Einreise nach Deutschland ist jedoch nach wie vor in vielen Fällen langwierig und kompliziert. Personalmangel, lange Warte- und Bearbeitungszeiten, unverhältnismäßige Anforderungen an einzureichende Unterlagen und Mehrkosten durch den Einsatz externer Dienstleister – all das sind nach wie vor Probleme in den Auslandsvertretungen. Möglichkeiten, die Vergabe zu vereinfachen und beschleunigen gibt es – auch ohne die Sicherheit zu gefährden. Sie werden nur zu wenig genutzt. Sinnvolle, auch im Einklang mit dem EU-Visa-Kodex umsetzbare Maßnahmen wären beispielsweise, eine IT-gestützte Antragstellung zu ermöglichen oder auch die Zahl der einzureichenden Dokumente zu verringern.  

Potenzial von Wachstumsmärkten nutzen

Gerade im Wachstumsmarkt China steigt das Bewusstsein für die bürokratischen Abläufe bei der Visavergabe für Deutschland. Andere europäische Staaten handhaben die Vorgaben offensichtlich etwas lässiger, was dazu führen kann, dass Chinesen verstärkt über andere Länder wie Frankreich nach Europa einreisen. Zu diesem Thema hat der BTW 2015 auch einen Arbeitskreis einberufen, in dem der Status Quo vorgestellt und mögliche Folgen diskutiert wurden. Inwiefern hier seitens des BTW und der Branche konkrete Maßnahmen ergriffen werden können, wird aktuell geprüft.

Reformen bei der Visavergabe würden in Europa Hunderttausende Arbeitsplätze und Einnahmen in Milliardenhöhe generieren

Wie groß der Nutzen von Einreiseerleichterungen sein könnte, zeigen auch Zahlen, die die European Travel Commission (ETC) im Jahr 2015 veröffentlicht hat. Durch Reformen bei der Visavergabe könnten der europäischen Wirtschaft bis 2020 Exporteinnahmen in Höhe von 114 Milliarden Euro zukommen sowie 615.000 neue Arbeitsstellen geschaffen werden. Die ETC schlägt verschiedene Szenarien vor: Dazu gehört u.a. die Reduzierung von bürokratischem Aufwand z.B. durch vereinfachte Antragsverfahren und eine längere Aufenthaltsdauer. Laut Tourism Economics würde die Annahme solcher „Best Practice“-Richtlinien für die zehn größten  visapflichtigen Schwerpunktmärkte Europas zu zusätzlichen 3,4 Millionen Besuchern pro Jahr führen. So könnten bis 2020 Umsätze in Höhe von 18,3 Milliarden Euro sowie 95.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Auch die Einführung neuer Visakategorien – insbesondere elektronischer Visa sowie bei der Ankunft ausgestellter Visa – birgt Potenzial: 8,5 Millionen zusätzliche Besucher pro Jahr, entsprechende Einnahmen in Höhe von 45 Milliarden Euro sowie über 200.000 zusätzliche Arbeitsplätze sind auf diesem Wege möglich.