Laudatio zum Innovationspreis der Deutschen Tourismuswirtschaft
durch BTW-Präsident Klaus Laepple am 4. Oktober 2010
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste,
als glanzvollen Schlusspunkt des heutigen Tages verleihen wir nun den 11. Innovationspreis der deutschen Tourismuswirtschaft.
„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein", dieses Lied des Berliners Reinhard Mey hat wohl fast jeder von uns deutlich im Ohr. Unser heutiger Preisträger steht in vielerlei Hinsicht für diese Textzeile. Doch gewährt er diese Freiheit nicht nur über den Wolken, sondern vielen seiner Gäste in besonderer Form schon bei der Reiseplanung, Buchung und am Flughafen. Wir verleihen den Preis also an ein Luftverkehrsunternehmen, soviel sei an dieser Stelle verraten.
Die Flüge, die unser Preisträger anbietet - und es sind etliche tausend am Tag - sind für jeden buchbar, für Privatreisende ebenso wie für Touristen. Vor allem aber versteht sich diese Fluggesellschaft als ein Partner der Wirtschaft, insbesondere der stark exportorientierten und exportabhängigen deutschen Wirtschaft. Diese Airline baut Brücken zwischen den Kontinenten, sie schafft weltweite Verbindungen, maßgeschneidert nicht zuletzt für die dynamisch wachsenden - und sich auch immer wieder verändernden - Geschäftsreise-Ströme der zunehmend global agierenden Macher in der Wirtschaft, seien es internationale Konzerne oder erfolgreiche Mittelständler. Für sie ist das Flugzeug kein Luxusprodukt, sondern ein fliegendes Büro. Ein so viel genutztes Büro sollte freilich funktional und komfortabel sein, damit die im Fluge verbrachte Arbeitszeit nicht stresst, sondern der Geschäftsreisende erholt und fit am Zielort ankommt. Auch davon hängen Geschäftserfolge ab.
Auch aus diesem Grund setzt unser Preisträger seit vielen Jahren auf ein besonders hochqualitatives Produkt im Geschäftsreisesegment und auf ein herausragendes, international mehr als kompetitives Premiumprodukt. Deshalb hat er sich gerade in diesem Bereich viele Gedanken gemacht - kluge, wie wir meinen. Gerade für die First und Business Class-Gäste wie auch für die Vielflieger hat man immer neue Wahlmöglichkeiten, Freiheiten und Annehmlichkeiten geschaffen. Als erste Fluggesellschaft weltweit führte man ein „All Business Class"-Produkt ein. Für die Top-Vielflieger wurde ein ganz besonderer Status eingeführt. Parallel eröffnete man in Frankfurt ein First Class Terminal. Die First Class Lounges in Frankfurt, München, Zürich und New York erfüllen höchste Ansprüche. Als eine von wenigen Airlines bietet unser heutiger Preisträger auf Intercont-Strecken durchgängig drei Klassen an. Und Private Jet ist das I-Tüpfelchen für besonders individuelles Reisen.
Spätestens jetzt wird den meisten von Ihnen klar sein, wer unser Preisträger ist: Die Deutsche Lufthansa. Sie bietet ihren Kunden Mobilität à la carte mit hochwertigen Produkten in allen Segmenten. Die Kunden haben die Wahl: Am Wochenende mit Germanwings als budget-traveller nach Rom; am Montag flexibel in Economy von Frankfurt nach Wien; dienstags Premium First Class nach New York oder mit dem Lufthansa Private Jet Service am Donnerstag von Erlangen nach Rotterdam. Alles kommt aus einer Hand und ist dabei klar differenziert.
2002 führte Lufthansa den „All Business Class Service" ein. Kunden konnten in einer Boeing 737-700, die mit lediglich 48 Business Class Sitzen ausgestattet war, von Düsseldorf nach Newark reisen. Der Kundenwunsch nach einer Nonstopverbindung von Nordrhein-Westfalen nach New York wurde so erfüllt. Die Zusammenarbeit mit PrivatAir ermöglichte es, die Strecke gleichzeitig wirtschaftlich zu bedienen. Weitere „All Business-Verbindungen" kamen hinzu. Flugrouten und Flugzeiten wurden speziell auf die Bedürfnisse von Geschäftsreisenden abgestimmt. Mittlerweile sind die Strecken so etabliert und nachgefragt, dass sie in Business und Economy Class angeboten werden.
Einen besonderen Service bereits am Boden bietet Lufthansa mit dem First Class-Terminal in Frankfurt sowie den First Class-Lounges an. Concierge-Services, Limousinen-Transfer direkt zum Flugzeug, ein exklusives Ambiente mit Gourmet-Restaurant und die persönliche Betreuung der Gäste durch einen Personal Assistant von der Ankunft bis zum Abflug gehören zum Service. Den üblichen Ablauf - vom Abstellen des Wagens über den Check-in bis hin zu Sicherheitskontrolle und Zoll - nimmt Lufthansa ihren First Class-Kunden hier ab. Kunden, die viele Tage im Monat im Flugzeug und am Flughafen verbringen, gewinnen so deutlich mehr Zeit für das Wesentliche.
Mit der Eröffnung des First Class Terminals 2004 führte man auch einen neuen, einzigartigen Status im Miles & More Programm ein: den HON Circle. Wer innerhalb von zwei aufeinander folgenden Kalenderjahren 600.000 HON Circle Statusmeilen sammelt, wird Mitglied. Mitglieder haben eine verbesserte Buchungsgarantie, höchste Wartelistenpriorität bei ausgebuchten Flügen und genießen weitere speziell konzipierte Services. Sie können zudem die First Class-Lounges und das -Terminal nutzen, egal in welcher Klasse und auf welcher Strecke sie unterwegs sind.
Mit dem „Lufthansa Private Jet" kam 2005 ein weiteres weltweit wohl einmaliges Produkt hinzu. Es verbindet den Komfort eines Privatjets mit einem auf den Kundenbedarf zugeschnittenen Flugplan. Mehr als 1.000 Flugziele in Europa und der Russischen Föderation können angeflogen werden. So vielfältig die möglichen Destinationen sind, so einfach ist das Preiskonzept: Die Flüge werden zum Festpreis angeboten. Der Preis richtet sich nach der Entfernung, beinhaltet alle Kosten und ist unabhängig von der Anzahl der Passagiere. Vor und nach dem Flug steht den Gästen ein kostenfreier Limousinenservice zur Verfügung. Zur Flotte gehören verschiedene Flugzeugtypen. Sie bieten Platz für vier, sechs oder acht Personen. Bei Bedarf werden größere Maschinen von Partnern herangezogen.
In diesem Jahr schließlich wurde im Luftverkehr mit dem Airbus A 380 das verwirklicht, was schon lange gefordert wurde: das erste fliegende 3 Liter-Fahrzeug, das auch die Lufthansa in ihre Flotte aufgenommen hat. An Bord des A380 präsentierte Lufthansa eine völlig neu entwickelte First Class. Lufthansa-Kunden waren von Beginn an maßgeblich in die Entwicklung eingebunden. Die Ausmaße der Kabine sorgen für ein Gefühl von Großzügigkeit und viel Freiraum. Schallisolierende Trennvorhänge zur restlichen Kabine, eine spezielle Außenhautdämmung und ein Teppichboden mit Trittschallschutz machen den Raum zur leisesten First Class der Welt. Hochwertige Materialien und klare Formen setzen das Design der First Class-Lounges und des First Class-Terminals an Bord des größten Verkehrsflugzeugs der Welt fort.
Doch das Unternehmen hat nicht nur große Projekte angestoßen. Auch im Kleinen wurden intelligente Lösungen geschaffen. So lässt die Lufthansa seit einiger Zeit in der Business Class den Mittelsitz frei und schafft so ein angemessenes Platzgefühl. Ist die Nachfrage groß, kann die Business Class durch einen flexiblen Vorhang vergrößert werden. Und natürlich kommen auch die umfangreichen Investitionen in die Flottenerneuerung nicht nur dem Wirtschaftsstandort und Arbeitsmarkt Deutschland, sondern ganz besonders auch den Kunden zu Gute.
Was will der Kunde und was braucht der Kunde? Diese Fragen haben bei der Entwicklung der Produkte ganz offensichtlich im Mittelpunkt gestanden. Lufthansa hat sehr genau hingeschaut. Das Unternehmen hat Ideen entwickelt und umfangreich in die Umsetzung investiert. Es hat so im letzten Jahrzehnt ein ganzes Paket von innovativen Produkten geschaffen, das Fliegen und Reisen im Premiumsegment annehmlicher aber auch effektiver und individueller macht. Und die Produkte funktionieren gut und kommen an. Deshalb verleihen wir den Innovationspreis in diesem Jahr an die Deutsche Lufthansa für ihre Premiumstrategie. Sehr geehrter Herr Antinori, ich freue mich, Ihnen den Preis stellvertretend für die Deutsche Lufthansa überreichen zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch!
