Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) e.V.
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Die aktuelle Situation und die dramatischen Folgen für die Tourismusbranche

Auch wenn in Deutschland wieder touristische Aktivitäten wie Restaurantbesuche oder Hotelübernachtungen, Freizeitparkbesuche oder Sightseeingangebote möglich sind und seit Mitte Juni für einen Großteil der europäischen Staaten differenzierte Reisehinweise statt der vorherigen Reisewarnung gelten, trifft die Coronakrise die Tourismuswirtschaft weiterhin ins Mark. Das langsame Wiederhochfahren der Branche unterliegt strengen Auflagen, die "normale" Geschäfte nach wie vor bei Weitem nicht ermöglichen. Zudem gilt für einen Großteil der Welt nach wie vor eine Reisewarnung bis mindestens 14. September. Darüber hinaus besteht mit Ausnahme weniger Drittstaaten weiter ein Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger in die EU-Staaten und assoziierten Schengen-Länder.  Großveranstaltungen, bei denen die Kontaktverfolgung und Einhaltung der Hygieneregeln nicht möglich sind, sind bis Ende Dezember 2020 verboten. Messen und kleinere Veranstaltungen unterliegen strengen Abstands- und Hygienevorschriften. Die Tourismusbranche ist von der Coronakrise so betroffen wie kaum eine andere Branche. Die Umsatzeinbrüche waren und sind immens. Problematisch für Unternehmen wie Kunden ist auch der Flickenteppich an bestehenden Regelungen genauso wie viele nach wie vor vorhandene Unwägbarkeiten hinsichtlich künftiger Reiseaktivitäten.

Tourismuswirtschaft begrüßt die Verlängerung staatlicher Hilfen

Die Verlängerung von Überbrückungshilfen der Bundesregierung für kleine und mittelständische Unternehmen, Kurzarbeitergeld sowie die Aussetzung des Überschuldungstatbestandes war ein wichtiger Schritt, um ein Massensterben kleiner und mittelständischer Betriebe und den Verlust zahlloser Arbeitsplätze zu verhindern. Dennoch bleibt weiterer Nachbesserungsbedarf. Auch verbundene Unternehmen benötigen die Hilfen und sie müssen aus Sicht der Tourismuswirtschaft dringend auf 7 statt der bislang vorgesehenen 3 Monate ausgeweitet werden. Zudem muss die ansetzbare Personalkostenpauschale von derzeit 10 auf 25 Prozent bei der Fixkostenermittlung erhöht werden. 

Weitere staatliche Hilfe ist unerlässlich

Unsere Branche hat viele Krisen gemeistert, aber wir sehen uns hier mit Krise unbekannten Ausmaßes konfrontiert. Viele Unternehmen sind durch die Corona-Maßnahmen unverschuldet in Existenznot geraten und benötigen schnelle und umfassende Hilfe. Zahlreiche Betriebe, gerade jene mit einem Schwerpunkt auf internationalen Reisen oder Messen und Großveranstaltungen, und auch viele damit verbundene Dienstleister stehen nach wie vor weitgehend still. Gesundheit hat oberste Priorität, daran besteht kein Zweifel. Aber der Politik muss auch daran gelegen sein, die Folgen der notwendigen Maßnahmen auf die Wirtschaft so weit wie möglich abzupuffern. Alleine schafft die Branche, schaffen es unsere Unternehmerinnen und Unternehmer in dieser Extremsituation nicht.