Tourismus ist eine klassische Querschnittsbranche mit einer bunten Vielfalt an Angeboten und Unternehmen. Es geht um Reisen in und nach Deutschland und um Reisen der Deutschen ins Ausland. Es geht um Mobilität und Kulinarik, um individuelle Erlebnisse und übergreifende Vertriebsstrukturen. Deshalb ist auch Tourismuspolitik ein Querschnittsthema. Sie wird an vielen Stellen und durch viele politische Player geformt und bestimmt. Und das kommunal, national und europäisch. 

Tourismuspolitik in Deutschland

BMWK, Tourismuskoordinator, Tourismusausschuss und mehr

Bundespolitisch ist das Thema Tourismus formal im Bundeswirtschaftsministerium angesiedelt und wird dort von zwei eigens dafür zuständigen Referaten betreut. An das Bundeswirtschaftsministerium angegliedert ist auch der Koordinator der Bundesregierung für die Maritime Wirtschaft und Tourismus als einer der zentralen Ansprechpartner unserer Branche. In der aktuellen Legislaturperiode hat dieses Amt Dr. Christoph Ploß MdB inne.

Aber auch die Ministerien für Digitales und Verkehr, für Arbeit und Soziales, für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, für Umwelt, Verbraucherschutz, Justiz und für Finanzen und auch das Auswärtige Amt haben – teils intensiver, teils auch nur in Einzelfällen – inhaltliche Berührungspunkte zum Tourismus. Nehmen Sie Themen wie die Mehrwertsteuer in der Gastronomie, Visapolitik, Fachkräfteeinwanderung, Bürokratieabbau oder den Ausbau von digitaler und Verkehrsinfrastruktur. All diese Themen sind für uns als Tourismuswirtschaft wichtig. Und alle werden fachlich in unterschiedlichen Ministerien bearbeitet. Entsprechend vielfältig sind auch unsere Gesprächspartner – bilateral oder auch im Rahmen unserer Veranstaltungen wie Tourismusgipfel, #LetTalkAboutTourism oder auch unseren Round Tables und Taskforces.

Im Januar wurde die Nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung veröffentlicht, die wir mit ihrem wirtschaftspolitischen Fokus sehr begrüßen.

Dr. Christoph Ploß MdB

Was ministeriell gilt, gilt vergleichbar auch parlamentarisch. Die Ausschüsse des Bundestags sind thematisch ähnlich verteilt wie die Ministerien - und auch hier sind je nach individuellem Thema unterschiedliche Ausschüsse federführend zuständig. Auch hier gilt entsprechend wieder: Sehr unterschiedliche Gesprächspartner für unsere vielfältigen Themen.

Eine Besonderheit gibt es: Den Tourismusausschuss. Tourismus ist tatsächlich die einzige Branche, für die ein eigener Ausschuss eingesetzt wurde. Bundestag.de beschreibt es selbst wie folgt: 

„Der Tourismus trägt entscheidend zum Bild Deutschlands in der Welt bei und ist als wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsmotor eine echte Zukunftsbranche. Der Tourismusausschuss mit seinen 19 Mitgliedern spiegelt diese Bedeutung wider. Er setzt sich für gute touristische Rahmenbedingungen ein und macht sich für das rechtzeitige Erkennen und Vermarkten globaler Trends stark.“

Den Vorsitz des Tourismusausschusses in der aktuellen Legislaturperiode hat die ehemalige Bundesbildungsministerin Anja Karliczek MdB (CDU) inne.

Mehr Informationen zum Tourismusausschuss 

Anja Karliczek MdB
Anja Karliczek MdB © Sabine Braungart

Aktuelles zum Thema

Pressemitteilungen

| Positionen, Tourismuspolitik Deutschland, Visa, Digitalisierung

01.10.2026 - Visa-Erleichterungen: Tourismuswirtschaft begrüßt Initiative des Auswärtigen Amts für Geschäftsreisende aus der Türkei

BTW fordert, Visavergabe auch für weitere Länder zu beschleunigen und Visaverfahren konsequent weiter zu digitalisieren

Berlin, 1. Oktober 2026 – Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) begrüßt die Information, dass das Auswärtige Amt die Visavergabe für einen Teil der Geschäftsreisenden aus der Türkei erleichtern will. Eine entsprechende Ankündigung erfolgte im Rahmen einer Delegationsreise des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst in der Türkei.

„Das ist ein wichtiges Signal zur richtigen Zeit. Visa sind eine Grundlage für Wachstum, dem trägt das Auswärtige Amt an dieser Stelle Rechnung. Wir bauen darauf, dass das Ministerium nun am Ball bleibt und Erleichterungen auch für andere Quellmärkte vorantreibt“, so BTW-Generalsekretär Sven Liebert. „Wenn Geschäftsreisende lange auf einen Termin warten oder sich ihr Visum über Nachbarländer besorgen müssen, verliert Deutschland Geschäft – und zwar jeden Tag. Geschäftsreisen sind eine tragende Säule touristischer Wertschöpfung. Geschäftsreisende buchen ganzjährig, auch außerhalb der Saison, und sie geben überdurchschnittlich viel aus. Eine pragmatische Visavergabe ist deshalb keine Verwaltungsfrage, sondern die Grundlage für Wachstum“, so Liebert. Von einer Vereinfachung profitieren sowohl die Geschäftsreisenden als auch Airlines und Flughäfen ebenso wie Hotellerie, Gastronomie und der Messestandort Deutschland.

Der BTW verweist darauf, dass Deutschland im Incominggeschäft weiter hinter dem Vorcoronaniveau zurückliegt, was beispielsweise in geringerer Konnektivität und komplizierten Visaverfahren begründet liegt: Der Anteil ausländischer Gäste an allen Übernachtungen lag 2025 bei 16,8 Prozent, gegenüber 19,5 Prozent im Jahr 2019. „Wir haben ein starkes Angebot, machen es unseren Gästen und Geschäftspartnern aber zu schwer, es zu erreichen. Wir brauchen konsequent digitalisierte, schnelle Visaverfahren – nicht nur für die Türkei, sondern für alle wichtigen Herkunftsmärkte. Das ist eine langjährige Forderung des BTW, und sie ist erfüllbar, wenn Bund und Länder an einem Strang ziehen.

Die Rahmenbedingungen entscheiden darüber, ob wir unser Potenzial als Reise- und Messestandort ausschöpfen – und daran hängen Umsatz und Wachstum in mehr als 250.000 Betrieben mit 2,7 Millionen Beschäftigten.“

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