Fairer Wettbewerb
Die Tourismuswirtschaft ist auf faire Wettbewerbsbedingungen angewiesen. Denn Tourismus ist nicht nur eine nette Freizeitbeschäftigung, sondern auch ein ganz „normaler“ Wirtschaftssektor. Als solcher stehen wir im Wettbewerb. Und das in ganz unterschiedlicher Form:
- Unsere Unternehmen untereinander. Zum Teil auf Augenhöhe, zum Teil aber auch in weniger ausgewogenen Konstellationen: Klein vs. groß. Analog vs. digital. Incoming vs. Outgoing.
- Unsere Unternehmen und ihre Angebote gegenüber anderen Branchen und deren Angeboten.
Soll heißen: Der Kunde hat die Wahl, ob er sein Geld für eine schöne Reise ausgibt oder den neuen Gaming-Computer, für einen Wochenendtrip oder Autozubehör, fürs Essen gehen oder eine kleine Party zu Hause. - Und als globales Produkt stehen wir auch im internationalen Wettbewerb – mit Konkurrenten aus aller Welt.
Nur wenn die Rahmenbedingungen auf regionaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene angemessen gestaltet werden, kann dieser Wettbewerb fair ablaufen. Und genau das fordern wir als Dachverband der Tourismuswirtschaft ein.
Welche drei kurzfristigen politischen Maßnahmen würden die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Tourismuswirtschaft aus Ihrer Sicht am stärksten verbessern?
(BTW-Generalsekretär Sven Liebert im Interview mit “Booking the Future 2026/27”)
Erstens: Mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit. Die Tourismuswirtschaft arbeitet in hohem Maße kunden- und nachfrageorientiert. Eine an den europäischen Vorgaben orientierte Wochenarbeitszeit würde sowohl Betrieben als auch Beschäftigten mehr Flexibilität ermöglichen.
Zweitens: Konsequenter Bürokratieabbau und schnellere Verfahren. Unternehmen benötigen Entlastungen bei Dokumentations- und Berichtspflichten sowie deutlich schnellere Genehmigungs- und Planungsprozesse.
Drittens: Stärkung der internationalen Konnektivität. Deutschland braucht dringend wettbewerbsfähigere Rahmenbedingungen für internationale Mobilität. Insbesondere der Luftverkehr steht unter erheblichem Kostendruck und sieht sich mit deutlichen Wettbewerbsnachteilen im internationalen Vergleich konfrontiert. Dies hat in den vergangenen Jahren u.a. zu einer deutlich verringerten Konnektivität geführt. Gute Erreichbarkeit ist jedoch eine Grundvoraussetzung für Freizeit- und Geschäftsreisen gleichermaßen.