Berlin, 1. Oktober 2026 – Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) begrüßt die Information, dass das Auswärtige Amt die Visavergabe für einen Teil der Geschäftsreisenden aus der Türkei erleichtern will. Eine entsprechende Ankündigung erfolgte im Rahmen einer Delegationsreise des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst in der Türkei.
„Das ist ein wichtiges Signal zur richtigen Zeit. Visa sind eine Grundlage für Wachstum, dem trägt das Auswärtige Amt an dieser Stelle Rechnung. Wir bauen darauf, dass das Ministerium nun am Ball bleibt und Erleichterungen auch für andere Quellmärkte vorantreibt“, so BTW-Generalsekretär Sven Liebert. „Wenn Geschäftsreisende lange auf einen Termin warten oder sich ihr Visum über Nachbarländer besorgen müssen, verliert Deutschland Geschäft – und zwar jeden Tag. Geschäftsreisen sind eine tragende Säule touristischer Wertschöpfung. Geschäftsreisende buchen ganzjährig, auch außerhalb der Saison, und sie geben überdurchschnittlich viel aus. Eine pragmatische Visavergabe ist deshalb keine Verwaltungsfrage, sondern die Grundlage für Wachstum“, so Liebert. Von einer Vereinfachung profitieren sowohl die Geschäftsreisenden als auch Airlines und Flughäfen ebenso wie Hotellerie, Gastronomie und der Messestandort Deutschland.
Der BTW verweist darauf, dass Deutschland im Incominggeschäft weiter hinter dem Vorcoronaniveau zurückliegt, was beispielsweise in geringerer Konnektivität und komplizierten Visaverfahren begründet liegt: Der Anteil ausländischer Gäste an allen Übernachtungen lag 2025 bei 16,8 Prozent, gegenüber 19,5 Prozent im Jahr 2019. „Wir haben ein starkes Angebot, machen es unseren Gästen und Geschäftspartnern aber zu schwer, es zu erreichen. Wir brauchen konsequent digitalisierte, schnelle Visaverfahren – nicht nur für die Türkei, sondern für alle wichtigen Herkunftsmärkte. Das ist eine langjährige Forderung des BTW, und sie ist erfüllbar, wenn Bund und Länder an einem Strang ziehen.
Die Rahmenbedingungen entscheiden darüber, ob wir unser Potenzial als Reise- und Messestandort ausschöpfen – und daran hängen Umsatz und Wachstum in mehr als 250.000 Betrieben mit 2,7 Millionen Beschäftigten.“