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Internet Digitalisierung Tourismus

Fakt ist: Digitalisierung und „Sharing“ Economy bedeuten langfristige Herausforderungen für Branche und Politik

Das Thema in Kürze:

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft geht mit Siebenmeilenstiefeln voran. Auch wenn viele Dienstleistungen und Produkte im Tourismus nach wie vor überwiegend analog sind, sind digitale Informationskanäle, Buchungswege und Serviceangebote nicht mehr wegzudenken. Keine Frage: Viele klassische Unternehmen müssen ihre Komfortzone verlassen, ihre Geschäftsmodelle hinterfragen und an neue Gegebenheiten anpassen, um Schritt halten zu können. Doch gleichzeitig muss der Wettbewerb von Old und New Economy auch fairen und vergleichbaren politischen Rahmenbedingungen unterliegen. Das ist derzeit leider in vielen Bereichen nicht der Fall – zulasten vieler traditioneller in Deutschland verwurzelter Betriebe, die im wirtschaftlichen Risiko stehen und Verantwortung für ihre Mitarbeiter und den Wirtschaftsstandort Deutschland tragen und zugunsten international operierender Portale, Suchmaschinen oder Internetgiganten. Deutlich wird dies unter anderem mit Blick auf die so genannte „Sharing Economy“. Mit der Idee des sozialromantischen selbstlosen Teilens hat diese häufig nichts – mehr – zu tun. Vielmehr geht es zunehmend um Gewinne und Kapitalisierung aller Lebensbereiche. Produkte und Dienstleistungen werden ganz klassisch gegen Entgelt zur Verfügung gestellt; die wichtigsten Portale in diesem Bereich sind mittlerweile wirtschaftlich hochpotente Marktteilnehmer, die aber deutlich weniger reguliert werden als ihre traditionellen Wettbewerber. Es kann nicht sein, dass den analogen Unternehmen immer neue Auflagen rund um Hygiene, Sicherheit, Barrierefreiheit und Haftungsrisiken gemacht werden, während die neue Konkurrenz von solchen Fragen und gesellschaftlicher Verantwortung gänzlich unbehelligt bleibt.

Darüber hinaus gibt es weitere Handlungsfelder: Jeder einzelne Anbieter von Leistungen muss die Freiheit haben, die Preise und Bedingungen für seine eigenen Produkte frei bestimmen zu können und jeden von ihm gewünschten Vertriebskanal zu bedienen. Plattformen müssen Kriterien für Rankings transparent machen, um Verbrauchern souveräne Entscheidungen zu ermöglichen. Und im Wettbewerbsrecht steht der Gesetzgeber auf europäischer wie nationaler Ebene vor der Herausforderung, den neuen Giganten wie Google und Facebook die Grenzen ihrer Marktstellung aufzuzeigen. Der ordnungspolitische Rahmen muss mit der Zeit gehen und für die Welt der digitalen Plattformen fit gemacht werden.

Deshalb ist es höchste Zeit für vergleichbare Rahmenbedingungen für alle Anbieter, egal ob analog, digital oder hybrid, ob „Sharing“ Economy oder klassisches Geschäftsmodell!

Fakt ist: Unternehmen in ganz Deutschland sind auf ein schnelles und verlässliches Internet angewiesen!

Das Thema in Kürze

Die zunehmende Digitalisierung der Geschäfts-, Organisations- und Produktionsprozesse setzt stetig wachsende Ansprüche an Geschwindigkeit und Kapazität des Internets. Ohne schnelles Internet lassen sich schon jetzt viele Geschäfte nicht mehr effizient und wirtschaftlich erfolgreich betreiben. Das gilt auch im Tourismus. Nicht nur Kommunikation und Verkauf laufen heute bereits vielfach digital, auch Steuererklärungen, Rechtsverkehr oder Ausschreibungen erfolgen zunehmend auf elektronischem Wege. Zudem erwarten Gäste an ihren Reisezielen schnelle und verlässliche Netze. Deshalb braucht Deutschland und brauchen gerade auch die vielen in der ganzen Republik verteilten kleinen und mittelständischen Unternehmen ein flächendeckendes, leistungsstarkes Internet – in Berlin genauso wie in der Eifel. Arbeit und Wirtschaft 4.0 und zunehmend sogar das Internet der Dinge sind Themen, die auch die Politik beschäftigen – doch in manchen Regionen lässt sich aufgrund mangelhafter Internetabdeckung nicht einmal 2.0 agieren. Bis 2018 eine Versorgung mit 50 Megabit pro Sekunde erreicht zu haben, kann nur ein Etappenziel der Bundesregierung sein und muss durch weitere Ziele ergänzt werden.

Wir brauchen eine Beschleunigung des Glasfaserausbaus und die Schaffung der Voraussetzungen für funkbasierte Netze der nächsten Generation (5G). Aus Sicht der Tourismusbranche muss der weitere Breitbandausbau privatwirtschaftlich und marktgetrieben erfolgen. Die Telekommunikationsunternehmen sollten dabei im Rahmen territorialer Konzessionierungen wirksamer zur Erschlie- ßung dünn besiedelter Gebiete verpflichtet werden. Und wo mittelfristig keine marktgesteuerte Erschließung möglich ist, sollten regionale Initiativen zum Breitbandausbau aus Landkreisen, Kommunen und der regionalen Wirtschaft durch zusätzliche Mittel von Bund und Ländern gezielt gefördert werden, um die notwendige Infrastruktur zu erstellen.

Deshalb muss die Internetversorgung in ganz Deutschland schnellstmöglich auf ein modernes und praxistaugliches Level gebracht werden!


Auch der Young Leaders Circle hat sich mit dem Thema Digitalsierung beschäftigt und ein Diskussionspapier erarbeitet, das Sie hier finden...