Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) e.V.
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Juni 2017 - Gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium hat der BTW zum zweiten Mal auf Basis des so genannten Satellitenkontos die volkswirtschaftlichen Effekte des Tourismus in Deutschland untersuchen lassen - mit erneut beeindruckenden Ergebnissen:

Tourismus steht für fast 3 Millionen Beschäftigte, 290 Milliarden Euro Umsatz und 3,9 Prozent Anteil an der Bruttowertschöpfung Deutschlands; jeder 15. Arbeitsplatz in Deutschland geht auf das Konto des Tourismus. Die Tourismuswirtschaft bleibt damit wichtige Wirtschaftskraft und großer Arbeitgeber in unserem Land, auch wenn andere Branchen in den letzten Jahren stärker gewachsen sind. Nach wie vor befindet sich der Tourimus auf Augenhöhe mit anderen wirtschaftlichen Schwergewichten wie Automobilbranche oder Maschinenbau.


Ergebnisse im Einzelnen

Umsatz und Wertschöpfung wachsen auch im Tourismus (in absoluten Zahlen) weiter: Urlauber und Geschäftsreisende aus dem In- und Ausland haben im Jahr 2015 mehr als 287 Milliarden Euro für und während ihrer Reisen ausgegeben. Das waren rund 9 Milliarden Euro mehr als bei der Vorgängerstudie 2010 (+3,2%).

Die Umsätze verteilen sich wie folgt:

Mit 224,6 Milliarden Euro entfiel der überwiegende Teil (78 Prozent) auf inländische Touristen, Gäste aus dem Ausland gaben 39,6 Milliarden Euro (14 Prozent) aus. Die restlichen 23 Milliarden Euro resultieren u.a. aus staatlichen Zuschüssen für kulturelle Leistungen sowie unterstellten Mieten für eigene Ferienimmobilien.

Mehr als vier Fünftel der Gesamtausgaben gehen auf das Konto von Privatreisenden, knapp ein Fünftel auf das von Geschäftsreisenden.

Das meiste Geld geben die Reisenden in Gaststätten aus. Auf Platz 2 folgt der frühere Spitzenreiter Shopping vor Übernachtungen, Flügen, Benzin sowie dem Bereich Sport, Erholung, Freizeit und Kultur.

Für die Bruttowertschöpfung bedeutet dies:

Die rund 287 Milliarden Euro Umsatz entsprechen einer direkten Bruttowertschöpfung von mehr als 105 Milliarden Euro, das sind 8,5 Prozent mehr als bei der letzten Berechnung 2010. Damit hat der Tourismus einen Anteil von 3,9 Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung in Deutschland.

In Sachen Beschäftigung zeigt die Studie:

Mehr als 2,9 Millionen Menschen arbeiten im Tourismus, ein Großteil von ihnen in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Jeder 15. Arbeitsplatz in Deutschland ist damit im Tourismus zu finden. (6,8 Prozent aller Beschäftigung). Im Vergleich zur Vorgängerstudie 2010 gab es einen leichten Zuwachs von 2,86 auf 2,92 Millionen Beschäftigte.

Zu diesen direkten Effekten kommen weitere indirekte Effekte:

Die positiven Impulse des Tourismus strahlen auch in andere Wirtschaftsbereiche wie Handel, Handwerk oder Landwirtschaft aus. Bezieht man die sogenannten Vorleistungen, zu denen u.a. Dienstleistungen am Flughafen, Lieferungen von Bäckern an Gaststätten oder Renovierungsarbeiten durch Handwerker im Hotel gehören, ein, kommen weitere 76 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung und 1,25 Millionen Beschäftigte hinzu, die indirekt aus dem Tourismus resultieren.

Im Branchenvergleich bedeutet dies:

Der direkte Beitrag der Tourismuswirtschaft von 3,9 Prozent zur Bruttowertschöpfung ist u.a. vergleichbar mit dem des Maschinenbaus (3,5 Prozent) oder des Einzelhandels (3,3 Prozent). Auch bei der Beschäftigung ordnet sich die Tourismuswirtschaft mit 6,8 Prozent der Gesamtbeschäftigung weit vorn ein: knapp hinter Einzelhandel (7,5 Prozent) und Gesundheitswesen (7,2 Prozent), deutlich vor dem Baugewerbe sowie Erziehung und Unterricht (beide 5,6 Prozent).

Die Tourismuswirtschaft leistete damit im Jahr 2015 nach wie vor einen bedeutenden Beitrag zur Wirtschaftsleistung Deutschlands. Da allerdings andere Branchen seit der Vorgängerstudie stärker gewachsen sind, nahm der Anteil der Tourismuswirtschaft von 4,4 auf 3,9 Prozent der gesamten inländischen Bruttowertschöpfung ab. Denn während die (absolute) Bruttowertschöpfung des Tourismus zwischen 2010 und 2015 immerhin um 8,5 Prozent gewachsen ist, legte die gesamte inländische Bruttowertschöpfung in Deutschland um 18 Prozent zu (jeweils in aktuellen Preisen). Hierzu trugen insbesondere die boomenden IT-Sektoren, aber auch exportorientierte Industriebranchen wie die Automobilindustrie bei, die im Rahmen der Wirtschaftskrise deutlich gelitten hatten und sich zum Zeitpunkt der Vorgängerstudie 2010 in einem tiefen wirtschaftlichen Tal befanden, in den folgenden Jahren dann aber wieder deutlich aufholen konnten. Bei den Erwerbstätigen sank der Anteil des Tourismus leicht von 7,0 auf 6,8 Prozent.

Digitalisierung der Tourismuswirtschaft:

Die Studie hat sich auch mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt. Es hat sich aber gezeigt, dass sich auf Basis des Satellitenkontos kaum konkrete Aussagen treffen lassen, was insbesondere an der Methodik liegt, die Makrodaten analysiert. Für eine detaillierte Analyse wäre in diesem Feld aber die Betrachtung von Mikrodaten notwendig.

Definitiv negative Auswirkungen der Digitalisierung auf die gesamtwirtschaftliche Bedeutung (Wertschöpfung und Beschäftigung) der Tourismusbranche lassen sich anhand dieser Studie zum Berichtszeitpunkt nicht belegen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine solche Entwicklung nicht existiert. In den von den disruptiven Geschäftsmodellen besonders betroffenen Teilbranchen Vermittlung von touristischen Dienstleistungen, Beherbergung und erdgebundene Personenbeförderung zeigte sich innerhalb Deutschlands eine im Wesentlichen stabile Entwicklung. Die Entwicklung der Digitalisierung in der Tourismuswirtschaft ist jedoch sehr dynamisch, so dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass es in Zukunft auch zu gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen kommen wird.

Kurzfassung

Hier... finden Sie die Ergebnisse in der Kurzfassung der Studie Wirtschaftsfaktor Tourismus.

Langfassung

Hier... gelangen Sie zur Langfassung der Studie.

Englische Fassung

Hier gelangen Sie in Kürze zur englischen Fassung der Studie

FAQ

Hier... finden Sie häufig gestelle Fragen und Antworten als FAQ-Übersicht.

Methodik

Hier... finden Sie eine detailierte Darstellung der Methodik der Studie.

Kontakt

Bei Fragen zur Studie wenden Sie sich gern an roesner@​btw.de.