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Fakt ist: Die aktuellen Mehrwertsteuerregelungen für Speisen sind wettbewerbsverzerrend, unlogisch und schwer zu durchschauen.

Das Thema in Kürze

Ob Bäcker, Metzger oder Lebensmitteleinzelhandel: Viele Branchen in Deutschland profitieren vom reduzierten Mehrwertsteuersatz auf Speisen und Lebensmittel. Nicht so die Gastronomie. Dies ist ein deutlicher Wettbewerbsnachteil, gerade weil der Lebensmitteleinzelhandel ein immer größeres Angebot verzehrfertigen Essens anbietet und so zu einem direkten Wettbewerber der Gastronomie geworden ist. Für diese Angebote „To Go“ aus den Handelsfilialen gelten 7 Prozent Mehrwertsteuer, für die frisch zubereiteten Speisen, die im Restaurant serviert werden, hingegen 19 Prozent. Es ist an der Zeit, durch einen einheitlichen Steuersatz auf alle Speisen – unabhängig von der Art der Zubereitung und vom Ort des Verzehrs – nicht nur Wertschätzung für die arbeitsintensive Gastronomie zu zeigen, sondern insbesondere auch für faire Wettbewerbsgrundlagen zu sorgen.

Keine Frage: Auch wir befürworten den reduzierten Steuersatz für Lebensmittel, für den es gute Gründe gibt. Doch ein faires Steuersystem muss Bäcker, Metzger, Lebensmittelhändler sowie Gastronomen steuerlich gleichstellen. Denn bei allen geht es um den Kauf und Konsum von Speisen – nur die Art der Zubereitung und der Ort des Essens sind verschieden. Die Gastronomie schlechter zu stellen, weil sie Esskultur und Entschleunigung bietet, ist unsinnig. Diese unterschiedliche Besteuerung ist nicht fair und zudem unnötig kompliziert. Es ist eine Frage der Steuergerechtigkeit und der Zukunftssicherung der Gasthäuser und Restaurants in Deutschland. Der vielfach beklagten Verödung der Innenstädte und dem Wirtshaussterben ließe sich so entgegenwirken. Wertvolle Spielräume für Investitionen und Beschäftigung würden geschaffen. Und Deutschland würde damit seinen europäischen Sonderweg beenden: in der Mehrzahl der EU-Staaten wird zwischen dem Essen aus dem Supermarkt, dem Essen im Gehen, im Stehen und dem Essen im Restaurant steuerlich kein Unterschied gemacht.

Deshalb ist es höchste Zeit für die steuerliche Gleichbehandlung von Speisen auch in Deutschland!